Bestimmung von Fremdkörpern in Lebensmitteln

Mit der Beschaffung eines Rasterelektronenmikroskops mit energiedispersiver Röntgenspektroskopie (REM-EDX) und eines Fourier-Transformations-Infrarotspektrometers (FTIR) bieten wir seit Ende 2016 auch die Fremdkörperbestimmung für Industriekunden an. Sie haben Fragen zur Fremdkörperanalytik oder einen konkreten Praxisfall, der untersucht werden soll? Klicken Sie auf das Telefonsymbol und rufen Sie uns an.

Materialbeschaffenheit und Ursprung von Fremdkörpern in Lebensmitteln

Werden Fremdkörper in einem Rohstoff oder Produkt identifiziert, stellt sich stets die Frage, um was es sich genau handelt und wie der oder die Fremdkörper eingetragen wurden. Auch die Frage der Plausibilität einer Fremdkörperbeanstandung kann bei Kundereklamationen von Interesse sein und kann z.B. über Reste von Anhaftungen überprüft werden. Die Vielfalt der bereits identifizierten Fremdkörper ist groß und reicht z.B. von produktionsinternen Glas- oder Kunststoffsplittern über Metallabrieb, Steine, Pflanzenbestandteile, Insekten, Fasergewebe bis hin zu Haaren, Zahn- und Knochenfragmenten.

Bestimmung der Elementzusammensetzung von Fremdkörpern mittels REM-EDX

Der erste Schritt bei der Aufklärung ist dabei in der Regel die Analytik der Materialbeschaffenheit des Fremdkörpers. Mittels REM-EDX kann in kleinsten Bereichen die quantitative elementare Zusammensetzung des Fremdkörpers untersucht werden. Insbesondere anorganische Materialien und Werkstoffe wie Metalle, Gläser, Salzmischungen lassen sich hervorragend identifizieren und können idealerweise über Vergleichsproben mittels quantitativer elementspezifischer „Fingerprints“ einer bestimmten Quelle zugeordnet werden, oder aber die Herkunft kann explizit von dieser Quelle ausgeschlossen werden. Im Einzelfall ist es wichtig, die zu analysierenden Bestandteile vorab genau zu prüfen und ggf. zu präparieren, da organische Materialien sich z.B. in der REM-EDX nicht verlässlich bestimmen lassen und den eigentlichen Fremdkörper abschirmen können. Die Methode der EDX Analyse basiert auf der Einstrahlung eines Elektronenstrahls, wobei die erzeugte elementspezifische Röntgenstrahlung aus einer oberflächlichen Schicht von wenigen µm detektiert wird. Elemente mit einer Ordnungszahl ≤ 4 (Beryllium) und ≥ 95 Americium werden nicht erfasst. Das Ergebnis der Bestimmung ist eine tabellarische Darstellung der prozentualen Elementzusammensetzung. So lässt sich z.B. aus einem Verhältnis von Eisen zu Chrom von 4 zu 1 im Fremdkörper auf Edelstahl schließen.

Die analytischen Herausforderungen bei organischen Fremdkörpern in Lebensmitteln

Aufgrund des ubiquitären Vorkommens von Kohlenstoff und Sauerstoff können insbesondere rein organische Materialien im REM-EDX nicht genau quantifiziert werden. Allerdings besteht auch über die alleinige Betrachtung im REM die Möglichkeit, charakteristische Oberflächenstrukturen zu lokalisieren und über einen Vergleich darüber Fremdkörper zu identifizieren.

Die Bestimmung organischer Fremdkörper (z.B. Kunststoffpartikel) erfordert häufig den Einsatz der FTIR-Analytik. Hierbei wird die optische Interferenz in einem Interferogramm aufgenommen und über eine Fourier-Transformation mathematisch in ein IR-Spektrum umgewandelt, das über einen Datenbankabgleich eine Aussage über die Substanz bzw. Materialbeschaffenheit zulässt.

Bestellformular Fremdkörperanalyse

Bestellformular Fremdkoerperanalyse