13.04.2018

Acrylamid: Neue Verordnung legt Minimierungsmaßnahmen und Richtwerte fest

Seit 11. April gilt die neue Verordnung (EU) 2017/2158 zur Festlegung von Minimierungsmaßnahmen und Richtwerten für die Senkung des Acrylamidgehalts in Lebensmitteln. Bis dato gab es lediglich eine Empfehlung der EU-Kommission aus dem Jahr 2013 zur Untersuchung des Acrylamidgehalts von Lebensmitteln (2013/647/EU), die sich in erster Linie an die amtliche Lebensmittelüberwachung richtete. Die neue Acrylamid-Verordnung regelt nun erstmals rechtlich verbindliche Minimierungsmaßnahmen in Lebensmitteln.

Was besagt die neue Acrylamid-Verordnung?

Die Verordnung richtet sich direkt an Lebensmittelunternehmer und beinhaltet im Wesentlichen folgende Punkte:

  • Minimierungsmaßnahmen zu Senkung des Acrylamidgehalts für Lebensmittelunternehmer (dies betrifft u.a. Agronomie, Rezeptur, Verarbeitung, Lagerung, Erhitzung)
  • Anforderungen an die Probennahme und Analyse zur Überwachung des Acrylamidgehalts
  • Dokumentationspflichten bzgl. der Minimierungsmaßnahmen und der untersuchten Proben auf Acrylamid gegenüber Überwachungsbehörden
  • Leistungskriterien für die anzuwendenden analytischen Methoden
  • Acrylamid-Richtwerte für bestimmte Erzeugnisse

Nennenswert ist darüber hinaus die sich für Lebensmittelunternehmer ergebende Verpflichtung zur Eigenkontrolle. Die in Anhang IV festgelegten Acrylamid-Richtwerte liegen für die meisten Produktgruppen unterhalb der in der bisherigen Kommissionsempfehlung genannten Richtwerte. Sie dienen als Leistungsindikatoren zur Überprüfung der Wirksamkeit der Minimierungsmaßnahmen.

Welche Lebensmittel sind von der Acrylamid-Verordnung betroffen?

Die äußerst umfangreichen Minimierungsmaßnahmen in Anhang I sind für verschiedene Lebensmittelkategorien spezifiziert:

  • Erzeugnisse auf der Basis roher Kartoffeln/Erdäpfel
  • Kartoffel-/Erdapfelchips auf Teigbasis, Snacks, Cracker und andere Kartoffel-/Erdapfelerzeugnisse auf Teigbasis
  • Feine Backwaren
  • Frühstückscerealien
  • Kaffee
  • Kaffeemittel mit einem Getreideanteil von über 50 %
  • Kaffeemittel mit einem Zichorienanteil von über 50 %
  • Babykekse und Säuglingsgetreidekost
  • Säuglingsnahrung in Gläsern (säurearme Lebensmittel auf Pflaumenbasis)
  • Brot

Wir beraten Sie gerne

Sie haben Fragen zur Analytik von Acrylamid oder benötigen Beratung zur rechtlichen Beurteilung? Das ifp Institut für Produktqualität steht Lebensmittelunternehmern seit Jahren als Ansprechpartner zu allen Themen der Kontaminantenanalytik zur Seite. Sprechen Sie mit unseren Experten:

Michael Pöpplow
Staatl. geprüfter Lebensmittelchemiker M. Sc.
Tel. 030 / 74 73 33 - 1068
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