Sikkation: Verwendung von Glyphosat zur Abreifebeschleunigung

Der Wirkstoff Glyphosat (Roundup) wird als Breitbandherbizid weltweit seit über 30 Jahren zur Unkrautbekämpfung eingesetzt. Üblicherweise wird das Pflanzenschutzmittel dabei vor der Aussaat auf den Feldern ausgebracht, um zwar das Unkraut, nicht aber die jungen Kulturpflanzen wie Mais, Raps oder Roggen abzutöten.

Zunehmend kommt Glyphosat jedoch auch als Erntehilfsmittel zur Abreifebeschleunigung zum Einsatz. Bei diesem als Sikkation bezeichneten Vorgang wird die entsprechende Kulturpflanze kurz vor der Ernte durch Versprühen des Herbizids gezielt abgetötet. Die so behandelten Pflanzen vertrocknen und lassen sich dadurch leichter abernten und effizienter verarbeiten. Durch die beschleunigte Abreife kann außerdem bei Kartoffeln die Schalenfestigkeit erhöht und das Risiko einer Braunfäuleinfektion reduziert werden.

Das Verfahren war in der Vergangenheit in die Kritik geraten, da es u.a. mit Funden von Glyphosat in menschlichen Urinproben in Verbindung gebracht wurde und die Resistenzbildung bei Wildkräutern fördern soll. Ein Verbot der Sikkation, wie es in Österreich bereits umgesetzt wurde, wird auch vom Bundesrat unterstützt, ist jedoch vorerst nicht absehbar.

In einer Neubewertung des Glyphosats sah das BfR keinen Anlass, die gesundheitlichen Grenzwerte des Wirkstoffs wesentlich zu verändern. Allerdings lieferte die Auswertung verschiedenster Studien Hinweise darauf, dass die Toxizität glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel durch bestimmte Beistoffe wie z.B. Tallowamine höher liegen kann als die des Einzelwirkstoffes.