Kennzeichnung von Allergenen in loser Ware

Die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV; EU-Verordnung Nr. 1169/2011) tritt am 13. Dezember 2014 in Kraft. Sie regelt unter anderem, dass 14 Allergien oder Unverträglichkeiten auslösende Lebensmittel bzw. Zutaten im Zutatenverzeichnis verpackter Lebensmittel gekennzeichnet und deutlich hervorgehoben werden müssen. Auch bei nicht verpackten Lebensmitteln, sogenannter „loser Ware“, ist die Allergenkennzeichnung zukünftig verpflichtend. Wie genau diese Kennzeichnung jedoch vorgenommen werden soll, war lange unklar; die Mitgliedsstaaten sind befugt, die Art und Weise der Allergenkennzeichnung bei loser Ware national zu regeln.

Inzwischen haben bereits Österreich, Belgien, die Niederlande, Griechenland, Großbritannien und Finnland nationale Regelungen getroffen. Diese weisen in den wesentlichen Punkten Parallelen auf:

Die schriftliche oder elektronische Information über die in loser Ware enthaltenen Allergene ist Grundlage aller bisher bekannten nationalen Regelungen. Es ist jedoch stets auch möglich, die Information mündlich zur Verfügung zu stellen, sofern durch einen Flyer oder ein Hinweisschild darauf hingewiesen wird, dass Allergeninformationen beim Personal erfragt werden können. Das Personal muss entsprechend geschult worden sein und jederzeit Zugang zu den schriftlichen oder elektronischen Allergeninformationen haben; Zugang zu diesen Informationen muss vor Ort auch jederzeit für die Lebensmittelbehörde möglich sein.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) arbeitet zurzeit an einem Regelungsentwurf, dessen Fertigstellung für Ende Mai angekündigt ist.

„Chlorhähnchen“: Die Desinfektion von Geflügel mit Chlordioxid bzw. Natriumchlorit

In der Berichterstattung über die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU wird aktuell häufig die Sorge um eine Absenkung der europäischen Qualitätsstandards für Lebensmittel geäußert. Ein regelmäßig wiederkehrender Begriff ist das „Chlorhähnchen“, das zukünftig den Weg in europäische Supermärkte finden könne.

Hintergrund ist die in den USA übliche Praxis, Geflügel nach der Schlachtung zur Dekontamination mit chlorhaltigen Substanzen zu besprühen bzw. diese zur Vermeidung einer Keimvermehrung in chlorhaltige Kühlbäder zu tauchen. Dabei handelt es sich meist um Chlordioxid (ClO2) oder Natriumchlorit (NaClO2). Der Import so behandelter Geflügelteile in die EU ist seit 1997 verboten, was zu jahrelangem Streit mit den USA geführt hatte. Nachdem in der EU eine Aufhebung des Verbots diskutiert wurde, lehnte der Ministerrat der EU diese im Jahr 2008 letztendlich ab. Die USA reichten 2009 eine Klage bei der Welthandelsorganisation WTO ein, da die EU keine wissenschaftlich gestützte Argumentation für das Verbot vorgelegt hätte.

Gegner der Chlor-Dekontamination weisen darauf hin, dass in Europa über die gesamte Produktionskette hinweg höhere Hygienevorschriften herrschten als in den USA, eine zusätzliche Desinfektion sei daher nicht nötig.

Laut einem Gutachten des AFC-Gremiums der EFSA aus dem Jahr 2006 besteht bei der Behandlung von Geflügelkarkassen mit Chlordioxid und angesäuertem Natriumchlorit kein Anlass zu Sicherheitsbedenken. Auch für eine erhöhte Toleranz von Keimen gegenüber den chlorhaltigen Substanzen oder eine Resistenzbildung gegen Antibiotika gibt es keine veröffentlichten Daten.

In einer Stellungnahme von 2006 lehnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine chemische Desinfektion von Geflügel nicht grundsätzlich ab, betonte aber, dass es sich dabei nur um ergänzende Maßnahmen handeln könne. Im Vordergrund müsse stets die Verhütung von Infektionen und die Verhinderung einer späteren Kontamination stehen. Da bei einer chemischen Dekontamination nicht nur Pathogene, sondern auch die Begleitflora abgetötet wird, können bei einer erneuten Kontamination mit Krankheitserregern mangels Konkurrenzdruck verbesserte Wachstumsbedingungen vorliegen.

Clearfield®-Raps

Der Markenname „Clearfield®“ bezeichnet ein kombiniertes Raps-Anbausystem, das ein spezielles Herbizid und die dagegen resistente Rapssorte beinhaltet. Das seit April 2012 in Deutschland zugelassene Pflanzenschutzmittel „Clearfield-Vantiga“ enthält neben den bereits zuvor gebräuchlichen Wirkstoffen Metazachlor und Quinmerac auch Imazamox, einen zum Zeitpunkt der Zulassung in Deutschland neuen Wirkstoff.

Clearfield-Vantiga bietet Schutz gegen besonders robuste, den Kreuzblütlern zuzuordnende Unkräuter wie z. B. Rauken, Hirtentäschelkraut oder Hederich. Der Wirkmechanismus von Imazamox beruht auf der Hemmung des Enzyms Acetolactatsynthase (ALS), welches in der Pflanze den ersten Schritt in der Synthese der Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin katalysiert. Entsprechend kommt es durch das Herbizid zu einem Defizit dieser Aminosäuren, was schließlich die Inhibition der DNA-Synthese zur Folge hat.

Da Raps, ebenfalls ein Kreuzblütengewächs, selbst für ALS-hemmende Herbizide anfällig ist, erfordert der Einsatz von Clearfield-Vantiga den Anbau von Clearfield-resistentem Raps. Entsprechende Hybridsorten wurden durch Einkreuzen der Resistenz auf natürlichem Wege erzeugt und sind durch das Kürzel CL am Ende des Namens gekennzeichnet.

Der Vorteil des Clearfield-Systems ist, dass üblicherweise problematische Unkräuter im Nachauflauf (nach der Ausbildung erster Keimblätter) ohne den Einsatz clomazonehaltiger Präparate effektiv bekämpft werden können. Zu den Nachteilen wiederum gehört die Möglichkeit einer unerwünschten Verbreitung und Auskreuzung der Clearfield-Sorten. Außerdem lässt sich sogenannter Ausfallraps, also Altraps, der nach der Ernte in Folgekulturen wie z. B. Rüben erneut aufkeimt, aufgrund seiner Resistenz nur mit einer eingeschränkten Auswahl an Wirkstoffen bekämpfen.

Aktueller Stand im „Schokoladenstreit“ zwischen Ritter Sport und Stiftung Warentest

Im Januar dieses Jahres entschied das Münchner Landgericht im Streit um den von Ritter Sport in seiner Voll-Nuss-Schokolade verwendeten Aromastoff Piperonal zugunsten des Herstellers. Ritter Sport hatte eine einstweilige Verfügung gegen die Stiftung Warentest erwirkt, nachdem diese behauptet hatte, es könne sich nicht wie angegeben um „natürliches Aroma“ handeln, der Verbraucher sei somit getäuscht worden. Mit dieser Argumentation war dem getesteten Produkt die Note „mangelhaft“ verliehen worden.

Das Gericht wies den Widerspruch der Stiftung Warentest gegen die einstweilige Verfügung zurück. Es ist ihr somit weiterhin untersagt zu behaupten, es handle sich um chemisch hergestelltes Aroma. Im Falle einer Zuwiderhandlung wurde ein Ordnungsgeld in Höhe von 250.000 Euro angeordnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Stiftung Warentest kündigte an, in Berufung zu gehen. Ein Termin ist noch nicht bekannt.

Das Unternehmen Symrise, von dem der Schokoladenhersteller den Aromastoff bezogen hatte, erklärte im März, dass es keinen Vergleich mit der Stiftung Warentest geben werde. Das Piperonal werde von einem Lohnhersteller aus einem Lorbeer-Gewächs gewonnen und sei somit zu Recht als natürliches Aroma ausgelobt worden. Mit dem Lieferanten werde man auch in Zukunft zusammenarbeiten. Zudem plant Symrise, die Gewinnung von Piperonal aus schwarzem Pfeffer auch im eigenen Haus zu etablieren.