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Das VITAL-Konzept

In Lebensmittelbetrieben kommt es oft zu unbeabsichtigten Einträgen von allergenen Substanzen durch sogenannte Kreuzkontaminationen („cross contacts“). Ursachen können die Verwendung „verunreinigter“ Zutaten sein oder die Verschleppung im Produktionsprozess selbst, z. B. durch ungenügende Reinigung der Produktionslinien bzw. Nutzung gemeinsamer Produktionslinien, auf denen allergenhaltige Lebensmittel und Lebensmittel ohne Allergene produziert werden. Hersteller deklarieren vorsorglich und aus Gründen der Produkthaftung auf dem Lebensmitteletikett einen Warnhinweis, wie z. B. „kann enthalten“ oder „enthält Spuren von“. Eine zunehmende Verwendung dieses Warnhinweises schränkt jedoch die Lebensmittelauswahl von Allergikern weiter ein.

Diese Website gibt eine allgemeine Einführung in das VITAL-Konzept. Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Links:

  • www.allergenbureau.net - Website des 2005 auf Initiative des AFGC Allergen Forum gegründeten Allergen Bureau mit weiteren Informationen über VITAL

Freiwillige Deklaration

Im Jahr 2007 wurde von verschiedenen internationalen Lebensmittelherstellern sowie dem Australian Food and Grocery Council (AFGC) auf freiwilliger Basis das sogenannte VITAL-Konzept („Voluntary Incidental Trace Allergen Labelling“) entwickelt. Bei dem VITAL-Konzept handelt es sich um ein standardisiertes Vorgehen zur Feststellung und Deklaration unbeabsichtigter Spuren von Allergenen in Lebensmitteln auf der Basis von Schwellenwerten. Das Konzept wird in Australien bereits von einzelnen Lebensmittelherstellern in der Praxis angewendet.

Bei Anwendung des VITAL-Konzepts erfolgt die Deklaration der Allergene nach Durchlaufen einer Prüfprozedur in Abhängigkeit von definierten Schwellenwerten und den daraus resultierenden Action Levels 1 bis 3.

 Action Level  Deklaration
 1  keine Deklaration
 2  "May be present: XYZ"
 3  "Contains XYZ"

Die VITAL-Schwellenwerte

VITAL bezieht sich auf die in Australien und Neuseeland gemäß Australia New Zealand Food Authority (ANZFA) bzw. Australia New Zealand Food Standards Code Standard seit 2002 kennzeichnungspflichtigen Hauptallergene: Glutenhaltige Getreide, Krebstiere, Ei, Fisch, Milch, Schalenfrüchte, Sesamsamen, Erdnüsse und Soja. Sulfite, Mollusken, Sellerie, Senf und Lupine sind nicht berücksichtigt.

VITAL-Schwellenwerte
bezogen auf das Gesamtprotein in mg/kg (ppm)
 Allergen  Action
 Level 1
 Action
 Level 2
 Action
 Level 3
 Milch  < 5  5-50  > 50
 Ei  < 2  2-20  > 20
 Soya  < 10  10-100  > 100
 Fisch  < 20  20-200  > 200
 Erdnuss  < 2  2-20  > 20
 Nüsse  < 2  2-20  > 20
 Sesam  < 2  2-20  > 20
 Crustaceae  < 2  2-20  > 20
 Gluten1  < 20  20-100  > 100
1 beinhaltet alle Glutenproteine wie durch den Food Standards Code definiert

Umrechnung der VITAL-Schwellenwerte auf das gesamte Lebensmittel

Die oben genannten Schwellenwerte beziehen sich auf den Proteinanteil des allergenen Lebensmittels. Die vom ifp vorgenommene und in der untenstehenden Tabelle dargestellte Umrechnung auf das Gesamtlebensmittel dient nur zur Orientierung und ist nicht Bestandteil des VITAL-Konzepts. Die Nachweisgrenzen des vom ifp entwickelten und produzierten Schnelltests liegen deutlich unterhalb des Action Level 1 und ermöglichen so einen sicheren Nachweis von Allergenspuren in Lebensmitteln.

Vergleich der Nachweisgrenzen (NWG) des ifp-Schnelltests mit den VITAL-Schwellenwerten
umgerechnet in mg/kg (ppm) des gesamten Lebensmittels

 Lebensmittel Protein-
gehalta
 NWG
 Action
 Level 1
 Action
 Level 2
 Action
 Level 3
 Milch1  36 %  5  < 15  15-150  > 150
 Ei2  46 %b  2  < 4  4-40  > 40
 Soya3  36 %  - c  < 30  30-300  > 300
 Fisch  24 %  - c
 < 80  80-800  > 800
 Erdnuss  25 %  2  < 8  8-80  > 80
 Nüsse  13 %  5  < 15  15-150  > 150
 Sesam4  22 %  5  < 10  10-100  > 100
 Crustaceae  18 %  - c
 < 10  10-100  > 100
 Gluten  100 %  4  < 20  20-100  > 100

Daten bezogen auf
1 Magermilchpulver, 2 Trockenvollei, 3 Soyamehl, 4 Sesamsaat
Quelle: a www.allergenbureau.net, bSouci/Fachmann/Kraut "Die Zusammen-setzung der Lebensmittel, Nährwert-Tabellen" 7., revidierte Auflage (1. April 2008), Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart
c in der Entwicklung

 
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